Olivenöl in Glaskaraffe
Natives Olivenöl extra oder Olivenöl der höchsten Güteklasse ist leider als Angabe auf dem Etikett nicht immer ein Garant für gute Qualität, wie die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Testbericht bestätigt. Die Hälfte der Öle schneidet bei dem Test „mangelhaft“ ab. Viele Verbraucher sind zurecht verunsichert. Hier erfahren Sie, wie sie gute Qualität erkennen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Natives Olivenöl extra – strenge Anforderungen der EU-Olivenölverordnung

Natives Olivenöl extra entspricht der höchsten von drei möglichen Güteklassen und muss strikten Auflagen genügen – vor allem, was den Geschmack betrifft. Bereits kleinste Mängel bezüglich Sensorik oder nicht vorhandener Fruchtigkeit bedeuten, dass ein Olivenöl auf die zweite Güteklasse, natives Olivenöl, herabgestuft werden muss. Die EU-Olivenölverordnung schreibt darüber hinaus auch Grenzwerte für chemische Parameter sowie eine exakte Kennzeichnung vor.

Anforderungskriterien an natives Olivenöl extra

  1. Fehlerfrei in Geruch und Geschmack (Sensorik)
  2. Mindestmaß an Fruchtigkeit
  3. Chemische Qualität einwandfrei
  4. Ausschließlich mit mechanischen Herstellungsverfahren gewonnen
  5. Maximal 27°C Wärmeentwicklung bei der Herstellung „kalt gepresster“ oder „kalt extrahierter“ Olivenöle
  6. Maximal 0,8% Säuregehalt
  7. Korrekte Deklaration auf dem Etikett

Ein gutes Olivenöl muss einwandfrei schmecken und riechen. Es darf keine stichigen, modrigen oder gar ranzigen Geschmack haben. Geschmacksfehler deuten auf unsaubere Verarbeitung und Mängel hin. So ist ein „modriger“ Geschmack Indikator für Hefen und Schimmelpilze, eine „stichige“ Note deutet darauf hin, dass die Oliven bereits auf dem Boden lagen und zu gären begonnen haben.

Die Sensorik wie die Fruchtigkeit von Olivenöl können nur von spezialisierten Verkostergruppen, sogenannten Panels, getestet werden. Sie lassen sich nicht mittels Laborgeräten analysieren. Gerade bei nativem Olivenöl extra achten die Prüfer vor allem auf die Fruchtigkeit. Sie muss auf einer Skala 0-10 größer 0 sein. Das Merkmal „fruchtig“ darf mit dem Zusatz „grün“ oder „reif“ ergänzt werden. „Grün“ ist dabei eher für unreife, grüne Oliven typisch, wohingegen „reif“ für schwarze, gereifte Oliven steht. Allerdings schreibt die EU-Olivenölverordnung nicht vor, dass Hersteller ihr Öl von einem anerkannten Panel testen lassen.

Die chemische Analyse gibt Auskunft über Olivensorte, Reinheit, Erntezeitpunkt, Lagerung und Sorgfalt bei der Weiterverarbeitung der Oliven. Zur Herstellung von nativem Olivenöl extra, also Olivenöl der höchsten Güteklasse dürfen ausschließlich mechanische Herstellungsverfahren verwendet werden, bei denen maximal 27 Grad Wärmeentwicklung entsteht. Früher wurde Olivenöl mit Matten gepresst, heute sind meist Zentrifugen im Einsatz. Wärmezufuhr würde zwar den Ertrag steigern, ist bei hochwertigen Olivenölen allerdings verboten, da sie der Qualität des Öls schadet.

Natives Olivenöl – gute Qualität zusätzlich erkennen

Neben den von der EU-Olivenölverordnung vorgeschriebenen Qualitätskriterien gibt es weitere, anhand derer Sie gute von weniger guter Qualität unterscheiden können. Einige Anbieter geben über die Pflicht-Informationen der EU-Verordnung hinaus weitere freiwillige und detaillierte Angaben auf dem Etikett aus, was in der Regel auf eine besonders hochwertige Verarbeitung und Qualität schließen lässt.

Säuregehalt von Olivenöl

Olivenöl Ores Kalamata 3l und 5l Kanister

Olivenöl Ores Kalamata 3l und 5l Kanister

Der Säuregehalt eines Olivenöls wird durch den Reifegrad der Oliven und die Sorgfalt bei der Ernte und in der Ölmühle bestimmt. Er verrät nur wenig über den Geschmack eines Olivenöls. Gute Olivenöle haben meist einen Säuregehalt zwischen 0,2 und 0,6, Olivenöle. Ein Säuregehalt von Null ist praktisch unmöglich.

Der Säuregehalt sagt übrigens nicht darüber aus, ob ein Olivenöl sauer schmeckt. Ölsäure schmeckt nicht sauer, sondern eher nach Talg. Vielmehr wird bei der Bestimmung des Säuregehalts (Säurezahl, Säuregrad) der Anteil von freien Fettsäuren gemessen. Die wiederum entstehen zusammen mit Glycerin bei der Spaltung von Fetten, also wenn die Oliven nach der Ernte zu lange liegen und nicht sofort nach Ernte gepresst werden. Sie können auch entstehen, wenn das Öl in der Ölmühle zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Das bedeutet, je weniger freie Fettsäuren ein Olivenöl enthält, desto schonender wurde es geerntet und gepresst.

Die Vorgabe der EU-Olivenölverordnung für „Olivenöl nativ extra“ lautet maximal 0,8% Säuregehalt. Sie können besonders gute Olivenöle unter anderem daran erkennen, dass ein Hersteller einen maximalen Säuregehalt (unter 0,8%) garantiert. Beispielsweise beim griechischen Ores Kalamata Olivenöl verpflichtet  sich der Hersteller mit einem maximalen Säuregehalt von 0,4%  freiwillig einem strengeren Qualitätskriterium als offiziell gefordert. Dieser Säuregehalt wird nur erreicht, wenn die Oliven sowohl bei Ernte als auch in der Ölmühle schonend behandelt und zügig verarbeitet werden. Als Richtwert gilt, dass die Oliven innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte gepresst werden sollten.

Olivenöl Herkunftsangabe

Der Geschmack eines Olivenöls wird von vielen Faktoren bestimmt: Olivensorte, Bodenbeschaffenheit, Bewässerung, Küsten- oder Gebirgslage, Ernte und Verarbeitung, Erntezeitpunkt und der Herkunft. Die Herkunftsangabe wird in der Olivenölverordnung leider nicht klar geregelt. Es muss zwar jedes Olivenöl eine Herkunftsangabe tragen, die darf aber beispielsweise lauten: „Ursprungsland Griechenland“ oder „Mischung aus EU-Ländern“. Auch liegen oftmals Olivenhaine, also die Anbauregion und die Ölmühle, in der die Oliven dann weiterverarbeitet werden, gar nicht in der selben Region, sondern kilometerweit auseinander. Die Verordnung schreibt nicht vor, dass die Herkunft im Labor überprüft werden muss.

Das bedeutet im Umkehrschluss, je detailliertere Angaben ein Hersteller auf seinem Etikett zu Herkunft und Olivensorte macht, desto vertrauenswürdiger ist er. Beim griechischen Ores Kalamata Olivenöl zum Beispiel liegen sowohl die eigenen Olivenhaine als auch die Ölmühle in der selben Region, Abelofyto Messinia, in Griechenland. Das native Olivenöl extra ist ein kaltgepresstes Olivenöl aus den Premium-Olivensorten, Koroneiki und Mavrolia.

Beim Ores Kalamata Olivenöl wissen Sie also genau:

  • woher die Oliven stammen
  • wo die Ölmühle sich befindet
  • welche Olivensorten verarbeitet wurden

Angaben auf dem Olivenöl Etikett

Korrekte Angaben sollen den Verbraucher vor Täuschung schützen. So schreibt die EU Verordnung vor, dass folgende Angaben auf Deutsch verpflichtend auf dem Etikett gemacht werden müssen:

  1. Natives Olivenöl extra
  2. Direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen
  3. Herkunft
  4. Flasche dunkel und kühl aufbewahren

Leider wird dies nur von wenigen Anbietern konsequent umgesetzt, wie der aktuelle Testbericht der Stiftung Warentest zeigt. Im Umkehrschluss spricht es natürlich für einen Anbieter, wenn er die Deklaration vollständig macht und darüber hinaus freiwillig um weitere informative Angaben ergänzt. „Informativ“ bedeutet sachlich faktische Information, nicht aber werbende Lyrik. Beschreibungen wie „senkt den Cholesterinspiegel“ oder „Duft und Geschmack erinnern an grüne Tomaten“ sind als irreführend verboten. Derartige Zusätze findet man im Handel dennoch häufiger.

Natives Olivenöl extra für die eine gesunde Ernährung

Grüne Olive in Öl
Es steht sicher außer Frage, dass Olivenöl zu einer gesunden Ernährung beiträgt. Diverse Studien belegen, dass Mittelmeerkost mit wenig Fleisch, viel Gemüse, Fisch, Nüssen und reichlich Olivenöl sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken. Lediglich auf dem Etikett haben diese Angaben nichts zu suchen. Mehr zur gesunden Ernährung mit Olivenöl lesen Sie in unserem Artikel Was macht Olivenöl so gesund? Je bessere Qualität eines nativen Olivenöls extra Sie verwenden, desto positiver wirkt es sich auf Ihre Gesundheit aus.