Annika und Jennifer Die Schwestern Annika und Jennifer haben für sich beschlossen, zwei vegane Wochen zu machen. Wir wollten wissen, was sie dazu bewogen hat, wie das konkret aussieht und worauf man achten sollte. Wir haben Annika und Jennifer dazu befragt und viele wertvolle Tipps erhalten.

Wie kam es dazu, dass ihr einen Vegan-Test machen wollt?

Nachgedacht über die vegane Ernährung haben wir schon öfter, da wir es ethisch am wenigsten verwerflich finden. Deshalb wollen wir nun ausprobieren, ob es uns gelingt, auf alle anderen Lebensmittel zu verzichten und wie es im Alltag am besten umsetzbar ist.

Weshalb wählt ihr vegan und nicht vegetarisch?

Die vegetarische Ernährungsweise ist ein super guter Ansatz, wenn es darum geht, Tierrechte zu schützen. Doch sie reicht uns noch nicht aus, denn wenn man konsequent weiterdenkt, ist es auch nicht korrekt, andere tierische Produkte zu verzehren. Aber das Ganze geht weit über bloßen Tierschutz hinaus: Der Welthunger und viele ökologische Probleme hängen ebenfalls mit dem übermäßigen Fleischverzehr zusammen.

Wie viele Leute in eurem Umfeld ernähren sich schon ganz oder teilweise vegan?

Vegetarier gibt es mittlerweile zuhauf. Sie trifft man überall; es gibt kaum eine Gruppe, in der niemand Vegetarier ist. Veganer hingegen kennen wir schon weniger, aber die ein oder andere Freundin ernährt sich vegan. Und es gibt immer mehr Menschen, die ebenfalls in Betracht ziehen, vegan zu werden.

Was versprecht ihr euch von veganer Ernährung?

Wichtig ist uns vor allem, dass wir bei der massenhaften Tierquälerei nicht mitmachen. Wir hoffen auch, dass wir gesundheitliche Vorteile daraus ziehen können. Wir glauben, dass wir uns durch vegane Ernährung fitter fühlen werden. Es fallen zwar viele gewohnte Lebensmittel weg, andererseits kommen aber auch viele neue hinzu: Sojaprodukte wie Tofu, neue Getreidesorten wie Quinoa, eine größere Variation an Gemüse und Obst und etwas exotischere Lebensmittel wie Chia-Samen und Cashewmus bereichern unsere Küche natürlich enorm. Was wir auch sehr gut am Vegan-sein finden, ist dass man sich viel intensiver mit seiner Ernährung auseinandersetzt und mehr Mühe und Zeit in die Lebensmittelzubereitung steckt, zum Beispiel wenn man Brotaufstriche selbst macht.

Was könnte bei veganen Rezepten schwierig werden?

Wie in jeder Ernährungsweise muss man natürlich darauf achten, dass man sich weiterhin ausgeglichen ernährt. Deshalb wollen wir am Anfang die große vegane Nährwerttabelle zu Hilfe nehmen und auch von anderen Veganern lernen. Hilfreich sind auch die zahlreichen veganen Kochbücher und Blogs, die es mittlerweile gibt. Was ebenfalls schwierig werden könnte, ist die große Variation an Lebensmitteln aufrechtzuerhalten. Anfangs strengt man sich ja meistens an, aber irgendwann fängt man vielleicht wieder an, sich eintöniger zu ernähren, zum Beispiel immer die gleichen Gemüsesorten zu kaufen. Nicht zu unterschätzen ist wahrscheinlich auch der finanzielle Aspekt: Die vegane Lebensweise ist ohne Zweifel teurer als die nicht-vegane. Jeder muss selbst entscheiden, wie viel Wert er oder sie seiner Ernährung beimisst.

Woher nehmt ihr Rezepte für vegane Kost?

Da gibt es so viele Bücher und Blogs wie beispielsweise Vegan Guerilla oder auch die umfangreiche Seite Finding Vegan mit Rezepten und Wissenswertem. Auch der Vegetarier Bund in Deutschland bietet viele Hintergrundinformationen sowohl zu veganer als auch vegetarischer Küche. Außerdem die leckeren Rezepte unserer veganen Freunde. Attila Hildmann wird aktuell als der „Vegan Papst“ gahandelt. Er hat bereits mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht:

  

Was darf bei veganem Kochen überhaupt auf den Tisch und was nicht?

Bei der veganen Ernährung geht es darum, komplett auf tierische Produkte zu verzichten: Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Milchprodukte in allen Variationen, Eier, Honig, Gelatine, Dinge, die in tierischem Fett gegart sind und so weiter… Vegan zu sein geht aber über die Ernährungsfragen hinaus: Es schließt auch andere tierische Produkte aus, wie zum Beispiel Leder, Daunen und Seide, oder verschiedene Kosmetikprodukte, für die Tierversuche durchgeführt werden.

Wo kauft ihr eure Zutaten für vegane Rezepte?

Das meiste bekommt man im Supermarkt um die Ecke: Gemüse, Obst, Körner und Nüsse und meistens auch Tofu. Wenn es um unübliche Zutaten geht – wie bestimmte Getreidesorten oder Milchersatzprodukte – muss man schon mal auf einen Bio-Supermarkt zurückgreifen. Auch in Drogeriemärkten gibt es oft Bio-Lebensmittel. Das ist natürlich in ländlichen Gebieten nicht so leicht umzusetzen wie in Städten.

Weshalb habt ihr euch für euren Vegan-Test zwei Wochen und nicht drei Tage oder einen Monat vorgenommen?

Drei Tage erschienen uns zu leicht, weil wir nicht das Gefühl haben, dass es eine riesige Umstellung für uns sein wird. Wir wollen ja auch sehen, wie sich der Veganismus in den Alltag integrieren lässt. Das ist nach so kurzer Zeit noch gar nicht abzusehen. Bei zwei Wochen sieht das schon anders aus.

Was passiert nach euren veganen Test-Wochen?

Auf alle Fälle wollen wir die vegane Lebensweise auch im Anschluss an diese zwei Wochen in großen Teilen weiterführen. In der Testphase wollen wir das Ganze strikt durchführen. Und wenn es uns ganz leicht gelingt, wollen wir komplett Veganer werden. Generell haben wir aber die Ansicht, dass Fleisch, Milchprodukte & Co. auch durchaus in Maßen ethisch zu vertreten sind, solange die Tiere würdig gelebt haben. Da haben es wiederum die Menschen auf dem Land leichter, die ihre Lebensmittel auch direkt vom Bauernhof in der Umgebung beziehen können.

Woran macht ihr fest „vegan ist besser“ oder eben nicht?

Da wir vor allem ethische Motive haben, ist vegan für uns prinzipiell besser.

Vielen Dank, Annika und Jennifer, für eure Anregungen zu veganer Ernährung. Wir sind gespannt auf eure Erfahrungsberichte in den kommenden Wochen. Gern lernen wir von euch noch, welche Rezepte und Lese-Quellen ihr empfehlt, um unsere veganen Rezepte im Blog zu erweitern. Wer weiß, vielleicht animiert es den ein oder anderen ja ebenfalls zu veganer Lebensweise.

Erkenntnisse nach den zwei veganen Testwochen

Mittlerweile sind die beiden Testwochen vorbei. Annika und Jennifer sind um einige Erkenntnisse reicher und wollen sich auch zukünftig weitestgehend vegan ernähren. Aus Überzeugung. Lesen Sie hier, wie es den beiden in Ihren veganen Wochen ergangen ist und was sie für sich daraus mitnehmen:

Vielen Dank, Jennifer und Annika, dass ihr uns an eurem Vegan Test habt teilhaben lassen!