„Olivenöl Ob zum Grillen oder zur saisonalen Küche allgemein – mit Olivenöl lassen sich viele Gerichte verfeinern. Außerdem ist es allgemein gut für den Körper. Olivenöl schmeckt gut und hat jede Menge gesunde Eigenschaften. Allerdings sollten Sie auf gute Qualität achten. Lesen Sie, woher es stammt, wie man besonders gutes Olivenöl erkennt und warum es zu einer gesunden Küche gehört.

Was macht Olivenöl so gesund?

  • Olivenöl senkt das schlechte LDL-Cholesterin und die Neutralfette im Körper.
  • Das gute HDL-Cholesterin bleibt dabei stabil. Andere Pflanzenöle hingegen senken auch das gute Cholesterin.
  • Olivenöl ist weniger oxidationsfreudig als andere Pflanzenöle und länger haltbar.
  • Olivenöl beugt Herz- Kreislauferkrankungen vor.

Olivenöl ist also wirklich ein Geschenk der Götter, wie die griechischen Sagen erzählen. 1g Olivenöl hat nur 9 kcal und ist damit weitaus gesünder als andere Pflanzenöle. 

Wussten Sie schon …?

O  livenöl lagern Sie am besten dunkel, gut verschlossen und keller-kühl (ca. 10-16°C). So hält es sich auch länger als 2 Jahre.

L  agert Olivenöl unter 8°C (z.B. im Kühlschrank), flockt es aus. Qualität und Geschmack werden davon nicht beeinflusst. Bei Zimmertemperatur gibt es sich wieder.

n Griechenland liegt der pro Kopf Verbrauch an Olivenöl bei 21 l (auf Kreta sogar 30 l); in Deutschland nur bei 1 l pro Person.

V  orsicht beim Braten oder Dünsten: Olivenöl darf den Rauchpunkt nicht erreichen! Erhitzen Sie zuerst das Kochgeschirr. Erst danach geben Sie Olivenöl und das Gargut dazu.

E  in Olivenbaum bringt jährlich einen Ertrag von ca. 60-80 kg Oliven, woraus ca. 9-12 Liter Olivenöl gewonnen werden.

N  ur aus gesunden, unbeschädigten und sauberen Oliven, die innerhalb von maximal 24 Stunden nach Ernte gepresst werden, kann hochwertiges Olivenöl gewonnen werden.

Herkunft des Olivenöls

Laut der alten griechischen Mythen war der erste Olivenbaum ein Präsent der Göttin der Weisheit, Athene. Im Wettstreit um die Herrschaft über die Stadt Athen gewann sie mit dem Baum gegen Poseidon. Dieser hatte versucht die Bürger Athens mit der Spaltung eines Felsen durch seinen Dreizack und daraus hervor sprudelndes Meerwasser zu beeindrucken. Doch am Ende gewann der Olivenbaum und Athene wurde Schutzgöttin. Das daraus gewonnene Öl bot zu viele unersetzliche Vorteile für die Menschen, mit denen Poseidons Geschenk nicht mithalten konnte.

Ob man nun dieser Version glauben schenken möchte oder nicht, Tatsache ist, dass die Kultivierung von sogenannten Ölbäumen im Mittelmeerraum seit 2000 v. Chr. nachgewiesen werden kann. Damit begleitet die Olive den Menschen schon länger als so manch eine Religion und verlor dennoch nie ihre Bedeutung und ihren Wert. Vielen Völkern, die sie anbauten wie zum Beispiel den Römern, verhalf sie sogar zu Reichtum und Wohlstand. Und über die vielen Jahre hinweg haben sich immer mehr Arten entwickelt, sodass inzwischen fast 700 verschiedene Oliven Sorten angebaut werden. Und jede einzelne Sorte hat ihren eigenen, individuellen Geschmack.

Olive in Öl

Griechisches Olivenöl aus Kalamata

Am bekanntesten sind wohl die griechischen Oliven und somit auch das Olivenöl aus Griechenland. Besonders beliebt und qualitativ hochwertig ist dabei das Olivenöl aus Kalamata Oliven. Es stammt aus der privilegierten Region von Messinia-Kalamata im Süden der Peloponnes in Griechenland. Die Olivenhaine auf denen die Oliven für das Ores Kalamata Olivenöl wachsen, werden natürlich bewässert und nach sehr strengen Qualitätskriterien bewirtschaftet. Somit wird sichergestellt, dass das Öl nur aus guten Oliven von gesunden Bäumen gepresst wird.

Aus Griechenland oder Italien?

Natürlich gibt es auch gute Olivenöl Sorten, die nicht aus Griechenland kommen. Neben Frankreich und Spanien ist vor allem Italien für seine ausgezeichneten Olivenöle bekannt. Genau wie bei den griechischen Ölen wird auch hier viel Wert auf den richtigen Anbau der Olivenbäume gelegt. Im Anbau unterscheiden sich die beiden Länder also wenig. Der Unterschied liegt in den angebauten Oliven Sorten und dem Boden, auf dem die Bäume wachsen. Olivensorte, Boden und die schonende Verarbeitung bestimmen den Geschmack des Olivenöls.

Im Gegensatz zum mild aromatischen griechischen Olivenöl, schmeckt das italienische eher pikanter. Es hat häufig einen würzigen bis leicht bitteren Geschmack. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich bei der Vorliebe für das Herkunftsland die Geister scheiden. Für den einen muss es pikant würzig sein, während die anderen wiederum den fein-milden Geschmack lieben.

Was macht ein hochwertiges Olivenöl aus?

Die Auswahl an Olivenöl ist enorm groß. Da ist guter Rat teuer, will man aus dieser Vielfalt richtig gute Produkte auswählen. Ähnlich wie bei Wein wird Olivenöl professionell nach Farbe, Duft und Geschmack verkostet. Um sicher zu gehen, dass Sie ein qualitativ gutes Olivenöl kaufen, sollten Sie auf verschiedene Faktoren achten. 

Darauf sollten Sie beim Kauf von Olivenöl achten

  • Güteklasse „nativ extra“ bei Olivenöl.
  • Säuregehalt < 0,8%.
  • Hersteller Angabe „produziert und abgefüllt „in“ (nicht „für„).
  • Mindesthaltbarkeitsdatum größer 2-3 Monate.

Qualität der Oliven und die Verarbeitung machen den Unterschied

Die Qualität von Olivenöl resultiert aus mehreren Faktoren: Oliven-Sorte, Anbauregion, Boden, Klima, Erntezeitpunkt, Reifegrad und Verarbeitung. Die Kultivierung der Olivenbäume sollte gut überwacht sein und an einem Ort stattfinden, der den Bedürfnissen des Baumes entspricht. Dadurch ist ein gesundes Wachsen der Oliven gewährleistet, was sich nachher im gepressten Öl widerspiegelt.

Der Erntezeitpunkt und der Reifegrad bestimmen den späteren Geschmack des Öls. Zwischen Oktober und Dezember wird in der Regel geerntet. Eine frühe Ernte ergibt ein eher fruchtiges Öl, in der Mitte ein mildes, ausgewogenes und eine späte Ernte bringt ein süßes Olivenöl hervor. Neben dem Anbau, der Olivensorte ist die Verarbeitung der Oliven maßgeblich für die Bewertung eines Olivenöls.

Das Video vermittelt einen Eindruck der Olivenernte und der Olivenöl Produktion:

Verarbeitungsmaßstäbe für gutes Olivenöl

  • Die kleinen Steinfrüchte sollten innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte gepresst werden, um ein Gären und Verfaulen zu verhindern. Das Öl darf also nur aus einwandfreien Oliven gewonnen sein.
  • Das Öl muss rein mechanisch gepresst werden.
  • Während der Verarbeitung darf keine Wärme zugeführt werden. Das Öl darf nicht erhitzt werden. Daher sind gute Olivenöle alle kalt gepresst, was ungefähr Körpertemperatur entspricht.
  • Dem Öl dürfen keine Geruchs- oder Geschmacksverstärker hinzugefügt werden.
  • Ein gutes Olivenöl hat ein Mindestmaß an Fruchtigkeit.

Olivenöl Qualitäten – Güteklassen Bezeichnungen

Die hochwertigen Olivenöle, die nach den oben genannten Kriterien hergestellt werden, nennt man „native Olivenöle“. Sie werden ohne Hitzezufuhr gepresst. Und weil sie ohne chemische Zusätze zubereitet sind, sind sie „jungfräulich“, weswegen man sie auch unter den Bezeichnungen „virgin“, „vierge“, „vergine“ oder „virgen“ zusätzlich zu „nativ“ findet (siehe Tabelle).

Deutsch Englisch Italienisch Französisch Spanisch
Natives Olivenöl extra Extra Virgin Olive Oil Huile d’olive vierge extra Olio extra vergine di oliva Aceite de oliva virgen extra
Natives Olivenöl Virgin Olive Oil Huile d’olive vierge Olio vergine di oliva Aceite de oliva virgen
Raffiniertes Olivenöl Olive Oil Huile d’olive raffinée Olio di oliva raffinato Aceite de oliva raffinata

Der Gehalt an freien Fettsäuren ist maßgeblich für die Qualität eines Olivenöls. Durch den Säuregehalt eines Olivenöls kann festgestellt werden, wie frisch und unversehrt die Oliven bei der Pressung waren. Je niedriger der Gehalt an freien Fettsäuren beim Olivenöl, desto höher die Qualität, desto weniger bitter oder sauer schmeckt es. Erkennen lässt sie sich an der Güteklasse des Olivenöls (siehe Tabelle). 

Natives Olivenöl kaltgepresst

Beim nativen Olivenöl darf der Fettsäuregehalt zwischen 0,8 g und 2 g pro 100 ml liegen. Es wurde kaltgepresst, enthält keine Zusatzstoffe und hat somit einen absolut natürlichen Geschmack.

Natives Olivenöl extra kaltgepresst

Das native Olivenöl extra ist noch hochwertiger, da hier der Säuregehalt die 0,8 g pro 100 ml nicht übertreten darf. Es wird ebenfalls ohne Zusatzstoffe kaltgepresst und ist deswegen ein hundertprozentig naturreines Öl mit einwandfreiem Geschmack.

Raffiniertes Olivenöl

Raffinierte Öle sind zweitrangige Speiseöle. Sie wurden bei der Produktion erhitzt, weil ein zu hoher Fettsäuregehalt den Geschmack und Geruch beeinflusst hat. Am Ende dürfen sie aber nicht mehr als 0,5 g pro 100 ml enthalten.

Saisonale Rezepte mit Olivenöl

Das Frühlingsangebot an Gemüse und Obst eignet sich hervorragend zum Grillen oder für eine gesunde mediterrane Küche. Hier spielt gutes Olivenöl eine bedeutende Rolle. Zum Nachkochen wärmstens zum empfehlen …

Tipp: Sparen Sie nie an der Qualität beim Olivenöl. Es ist zwar etwas teurer als normale oder raffinierte Pflanzenöle, doch Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.